Historie zu unserem Classik-Rennsport Team

 

Alles begann 2003, als wir der Einladung eines befreundeten Motorradclubs zum Lückendorfer Bergrennen, in der Nähe von Zittau, folgten. Es war fast unglaublich, welch großes Interesse diese Veranstaltung bei den jährlich über 10.000 Zuschauern weckt. Da wir in den 90er-Jahren selbst einige illegale AWO - Rennen veranstalteten, die leider den Rahmen des Illegalen sprengten und von der Polizei beendet wurden, kam in Lückendorf der Gedanke, offiziell an solchen Rennveranstaltungen teilzunehmen. Also wurde für das nächste Jahr eine Sport - AWO etwas modifiziert und wir fuhren in Lückendorf mit. Irgendwie war es aber nichts Halbes und nichts Ganzes. Es reifte die Idee eine Replica der 1953er Renn-AWO zu bauen. Auf den ersten Blick schien die Sache lösbar zu sein. Es stand ja in vielen alten und neuen Berichten über die Renn-AWO's von 1953, daß mit einigen Modifikationen an Motor, Getriebe und Bremsen die Rennabteilung in Suhl, unter ihrem damaligen Leiter Werner Strauch, 24 PS und 150 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichte. Diese Maschinen sollten an die so genannten Betriebssportgemeinschaften übergeben werden. Im Mai 1953, zum Leipziger Stadtparkrennen, standen die ersten Maschinen am Start. Eine absolut beachtenswerte Leistung, da die meisten Teile von Hand angefertigt werden mussten und es immer wieder Probleme mit Zulieferfirmen und offiziellen Stellen gab. Eigentlich glich kaum ein Teil mehr dem der Serienmaschinen. Und da wir nun einmal eine möglichst originale Replica bauen wollten, standen wir jetzt vor der Frage: Woher nehmen? Damals lernten wir Erhardt und Axel Krause aus Plaue kennen, die sich schon viele Jahre mit der Renn-AWO beschäftigten. Von ihnen erhielten wir erste Teile, Zeichnungen sowie Informationen. In diesem Zusammenhang sei auch Dieter Messerschmidt sowie Mario Vogel genannt, für deren große Fachkompetenz und ihren freundschaftlichen Rat, wir bis heute dankbar sind. Nach vielen durchgeschraubten Nächten und jeder Menge grauer Haare konnten wir im Juni 2005 die ersten Probefahrten durchführen. Erste Ergebnisse waren zufrieden stellend und so wurden noch in diesem Jahr die ersten Rennen mit der AWO RS gefahren.

2006

Dieses Jahr war unsere erste volle Saison im Rahmen des ADMV Classic Cups. Sechs Rennen wurden gefahren und wir kamen zu der Erkenntnis, dass es nicht einfach ist vorn mitzufahren. Es gehört doch jede Menge Erfahrung sowie besser gebaute Technik dazu. Und so wird immer gebaut und geschraubt... In der Saison 1953 kam man in Suhl zu der Erkenntnis , dass das Fahrwerk der AWO - RS mit seiner Geradewegfederung nicht mehr ausreichend für die immer schneller werdenden Renneinsätze war. 1953 war mit der RS der DDR - Meistertitel errungen wurden und so bereitete man sich im Winter 53/54 in Suhl darauf vor auch 1954 mit ganz vorn zu fahren. Im Zuge dieser Vorbereitungen entstand u.a. ein neues Fahrwerk, sowie erste Aluverkleidungen für die 1954er Rennmaschinen. Dabei wurden nur einige Rahmen gebaut, die dann probehalber eingesetzt wurden. Die meisten der Rennmaschinen fuhren noch mit dem alten Fahrwerk. Die neuen Schwingenrahmen erwiesen sich als bedeutender Fortschritt gegenüber den alten Geradewegfederungsrahmen. Mit ihnen ließen sich schnellere Rundenzeiten erzielen.

Und an dieser Stelle geht 2006 unsere Geschichte weiter. Im Herbst dieses Jahres bekamen wir durch Zufall einen originalen Nachbau eines solchen Schwingenrahmens. Nach einigen Überlegungen den Rahmen an der RS Replica zu wechseln, entschieden wir uns doch ein komplett neues Motorrad zu bauen. Im Fotoalbum der Suhler - Rennabteilung befanden sich 3 Fotos der Rennmaschine, die im Mai 1954 von K. H. Kirchner aus Erfurt gefahren wurde. Wir entschieden uns die neue Maschine nach diesem Vorbild zu bauen. Leider war bis auf eben diese 3 Fotos nichts mehr über dieses Motorrad in Erfahrung zu bringen. Und so begann die Odyssee von Neuem. Die bis jetzt gesammelten Erfahrungen machten jedoch Vieles leichter.

2007

Im Laufe des Jahres 2007 ließen sich dann doch noch einige Informationen über Details der Maschine in Erfahrung bringen. Eines der größten Probleme war zweifelsohne die Alu - Verkleidung. Ein guter Freund (Danke Alf) vermittelte uns zu Werner Kölsch, einen Flugzeugrestaurateur bei Delitzsch. Bisher hatte er mit solch einer Art von Verkleidung noch keine Erfahrung machen können. Er sah es aber als Herausforderung und nahm sich der Sache an. Dank ihm war die Verkleidung nach 6 Monaten fertig. Die Verkleidung wurde nur an Hand der Originalfotos nachgebaut, Originalteile gab es nicht mehr.Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen.

In der Saison 2007 fuhren wir natürlich auch Rennen, 7 an der Zahl und alle auf der AWO - RS Replica. Langsam zahlten sich die gesammelten Erfahrungen aus und erste Erfolge stellten sich ein (u.a. 1.Platz beim Classik Cup in Köthen).

2008

In diesem Jahr sollte dann die Replica der Kirchner Rennmaschine von 1954 fertig werden. Im Mai konnten die ersten Probefahrten durchgeführt werden. Dabei stellte sich heraus, dass es doch etwas gewöhnungsbedüftig ist, mit dieser Art von Verkleidung zu fahren. Aber nach einigen Rennveranstaltungen hatte man sich daran gewöhnt und es macht richtig Laune damit zu fahren. Natürlich merkt man den Unterschied des Fahrwerkes von 1953 zu 1954.
2008 fuhren wir neun Rennen. Unter anderen beim Lückendorfer Bergrennen, Hamburger Stadtparkrennen oder auf dem Frohburger Dreieck. Und auch im Winter 08/09 sind wir wieder am Schrauben. und haben neue Ideen rund um die Renn - AWO's. Auch 2009 wollen wir mit den Maschinen aktiv am Rennsport teilnehmen, sie nicht nur mal ausführen, sondern auch ordentlich am Gashahn drehen. Schließlich wurden sie ja dafür gebaut. Und wenn dann doch mal wieder ein Ventil abreißt oder das Getriebe festgeht und man deshalb im Kiesbett landet (Schleiz 2007), dann können wir sagen, dass es 1953/54 auch nicht anders gewesen ist, als R. Juhrisch, H. J. Scheehl oder K. H. Kirchner um die DDR - Meisterschaft kämpften.

Unserer besonderer Dank gilt:

Penner aus Hannover, Erhardt und Axel Krause, Dieter Messerschmidt, Fanny und Mario Vogel, Schneck aus Arnsdorf, Werner Kölsch, Truder aus Berlin und den Jungs aus Großkorbetha.

2009

Im Fokus der diesjährigen Aktivitäten stand, bei verschiedenen Rennveranstaltungen neue technische Details an den Rennmotoren zu testen, um deren Standfestigkeit zu erhöhen. So wurden z.B. neue Ventile eingebaut und andere Kolbenformen getestet. Mit diesem Kolben wurde das Verdichtungsverhältnis auf 10,5:1 erhöht und gleichzeitig die Standfestigkeit der Motoren, speziell bei längeren Vollgasfahrten, verbessert. Im Herbst begann bereits die Vorbereitung auf die neue Saison. Große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus. Für den August des Jahres 2010 planen wir, anlässlich des 60. AWO-Geburtstages, einen AWO-Cup mit Demonstrationsläufen von historischer AWO/Simson Renntechnik zu veranstalten.

2010

Die Saison begann viel versprechend mit einem Sieg beim AWO-Cup auf dem Harz Ring. Ein weiteres Highlight war die Wiederbelebung der historischen Halle-Saale-Schleife. Bei dieser sehr schönen Veranstaltung nahmen wir an Demonstrationsläufen mit historischer Renntechnik teil. Leider wird es wohl so schnell keine Wiederholung dieser Veranstaltung geben, da der Veranstalter einen erheblichen finanziellen Verlust einfuhr.

Für den 28.08.2010 hatten wir dann zu unserem AWO-Cup nach Weißenfels geladen. Die Strecke für die Demonstrationsläufe war ein 2 km langer Rundkurs, direkt an der A9. Unserer Einladung waren viele Besitzer historischer Rennmaschinen gefolgt, beginnend mit der Replica der 52'er Rennmaschine von M. Vogel. Weiterhin viele Repliken der 53'er Kleinserie, unter anderem von Erhardt Krause, Dieter Messerschmidt, Frank Bendler, Frank Marischeski, Michael Moschansky, Axel Kraus und Nico Michael. In einer offenen Klasse, für Umbauten auf AWO-Basis, präsentierten Fahrer wie Gerd Rieger, Helmut Schöne, Steffen Bauermeister, Karin Leffrang und Christian Fengler ihre Maschinen dem Publikum. Die Highlights des Tages waren die Präsentationsfahrten der 59'er Kurzhubrennmaschine von Andreas Winkler und der Doppelnockenrennmaschine von Dieter Messerschmidt. Das Leistungsvermögen dieser fast 60 Jahre alten Rennmaschinen wurde den Zuschauern in den Demonstrationsläufen von Dieter Messerschmidt mit der Doppelnockenrennmaschine und Rene Nawrath mit der Geländesport AWO eindrucksvoll vorgeführt. Unser Dank gilt allen Fahrern, die diese Veranstaltung erst mit Leben erfüllt haben und mit ihren Maschinen den zahlreichen Zuschauern wunderbaren, historischen Motorsport präsentierten. Nicht zuletzt bedanken wir uns bei unseren Helfern. Ohne ihre tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung wäre der AWO-Cup nicht das geworden, was er war.

Ende September stand ein weiterer Jahreshöhepunkt an. Im Kroatischen Rijeka nahmen wir vom 20. - 23. September am "Grab the Flag" Rennen teil. Hier wird drei Tage lang in verschiedenen Hubraumklassen um den Sieg gefahren. Krönender Abschluss der Veranstaltung ist das Teamrennen über den Zeitraum von zwei Stunden. Hier starteten T. Busch und D. Messerschmidt als "AWO-Rennkollektiv" in der Klasse bis 350 ccm. Und die beiden haben ordentlich am Hahn gedreht. Nach den zwei Stunden hatten Sie 50 Runden a 4,2 km zurückgelegt, womit sie einen hervorragenden 2. Platz errangen. Insgesamt wurden die Rennmaschinen in Kroatien rund 520 km gefahren.

Von Kroatien aus ging es fast direkt (nur schnell zu Hause Sachen wechseln…) zum Saisonabschlussrennen des ADMV-Classik-Cup auf den Lausitzring. Dieses Jahr haben wir, neben den oben genannten Veranstaltungen, an weiteren Rennen, Demonstrations- und Gleichmäßigkeitsläufen teilgenommen. Stellvertretend für alle seien hier das Käbschütztalrennen, das Hamburger Stadtparkrennen und der Erfurter Doppelring genannt.

Im Spätherbst trat der Autor J. Kießlich an uns heran. Er plante die Veröffentlichung eines Buches über die Geschichte der AWO. Wir konnten diverses Text- und Fotomaterial über Renntechnik und die Fahrer der 50er Jahre zu diesem Buch beisteuern. Das Buch erschien im Sommer 2011 und es ist ein sehr gelungenes Werk. Dank an den Autor für seine mühevolle, detaillierte Recherche.

2011

Das Jahr begann mit der Jubiläumsveranstaltung "60 Jahre Autobahnspinne Dresden". Bei den Gleichmäßigkeitsläufen der Klasse 3 (bis 250 ccm) belegten wir hier den 3. Platz. Im Laufe des Jahres starteten wir bei verschiedenen Veranstaltungen, unter anderem im Käbschütztal, beim Lückendorfer Bergrennen, beim Doppelringrennen in Erfurt, in Zschorlau, Schleiz, Hildesheim und auf dem Lausitzring.

Natürlich lief bei all den Einsätzen nicht alles glatt, an beiden Renn AWO's gab es Ausfälle: im Käbschütztal brach ein Stößel, in Hildesheim der Einlasskipphebel und in Erfurt löste sich der Bremsbelag und blockierte das Vorderrad.

Zum Abschluss dieser abwechslungsreichen Saison konnten wir auf dem Lausitzring noch einen schönen Erfolg einfahren. Im Feld von 12 gestarteten AWO erreichten wir hinter D. Messerschmidt die zweit- schnellste Zeit. Der Winter wird dann wieder zum Schrauben genutzt. Die Erfahrungen und Erkenntnisse, welche wir im Laufe des Jahres gesammelt haben, wurden jetzt umgesetzt.

2012

Das Jahr begann für uns sehr erfolgreich. Wir waren Gast bei den Bull Skull MC am Harz-Ring, dort fuhren wir in der MC- Wertung auf den 1. Platz.

Innerhalb des ADMV Classic-Cup waren wir auf dem Dekra Test Oval, dort war dann Steilkurven fahren angesagt!!

Im August ging es zum Erzgebirgsring. Dort kam Buschi durch einen Fahrfehler zu sturz und das rechte Schlüsselbein ging zu Bruch und auch leider auch einiges an der 54er Rennmaschine.

Doch beim Saison-Highlight 85 Jahre Sachsen-Ring, wollte Buschi natürlich unbedingt dabei sein.

Er probierte somit, schnell wie möglich seine Maschine zu reparieren, was Ihn natürlich auch gelang.

So ging es dann im September mit reparierter Maschine und bandagierter Schulter zum Sachsen-Ring.

Bei Demo-Läufen, für historische Rennmaschinen wurden wir auf dieser phantastischen Rennstrecke aber für alles entschädigt. Damit beendeten wir auch diese Saison mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

2013

Das Jahr 2013 begann für uns schon sehr aufregend.

Wir fuhren zum 1. Mal bei der DHM ( Deutsche Historische Motorradmeisterschaft) mit. Da wir aber nicht nur dort sein konnten, fuhren wir ausserdem verschiedene Rennen beim ADMV- Classic- Cup mit.

Anfang Mai ging es los auf dem Nürburgring bei 5 Grad Plus, dabei Sprang natürlich der 6.Platz heraus.

Desweiteren fuhren wir Rennen innerhalb der DHM in Luxemburg, Oschersleben und Schotten, da standen wir dann am Ende auf Platz 6 der Gesamtwertung der DHM Klasse H, worüber wir uns doch sehr gefreut haben.

Innerhalb des ADMV- Classic- Cups wurde u.a. in Dresden, Lückendorf, Meißen und auf dem Lausitzring gefahren.

Dabei erreichten wir Platz 3 in der Klasse 3.1. und Platz 3 in der Mannschaftswertung.

2013 wurde zum 1. Mal ein von uns umgebauter Sport-AWO Motor im ADMV C. Cup eingesetzt, mit dem Jürgen Horn einen guten 3. Platz erreichte.

Unser Highlight war allerdings der von uns Veranstaltete 2. AWO-Classic-Cup in Weißenfels.

Es waren über 50 Starter in 3 verschiedenen Klassen angetreten und somit war dies ein rießen Erfolg für uns.

Desweiteren gelang es uns ehemalige Rennfahrerlegenden aus den 50er und 60er Jahren nach Weißenfels zu holen.

Unter anderen waren H.J. Scheel, Helmut Weber, Harry Riese und Peter Taufelder zu Gast. Bei schönstem Wetter sahen fast 1000 Zuschauer die Spannenden Läufe der einzelnen Klassen zu.Dabei gaben die Fahrer wirklich alles und somit kam eine richtige Rennatmosphäre auf und es wurde auch mal emotional. Sicher wird es irgendwann eine weitere Auflage dieser erfolgreichen Veranstaltung geben.

Bilder dazu findet Ihr unter